Bewusster Konsum mit Jemma Finch

Wie die Modeunternehmerin über Mental Health zur Nachhaltigkeit fand

Jeden Morgen setzt Jemma Finch zuallererst ihre Intentionen für den Tag. Um eine gesunde Routine aufzubauen, liest die Gründerin und CEO von Stories Behind Things Nachrichten, E-Mails und soziale Medien erst später und geht zu Fuß zur Arbeit – wenig überraschend für eine Person, die sich so offen für bewusstere Lebensweisen einsetzt. Als wir an einem Spätsommertag sprechen, platzt sie diese Blase aber schnell wieder: „Dann sitze ich den ganzen Tag im Büro und arbeite; springe zwischen Zoom-Meetings, E-Mails und dem Ausarbeiten von Strategien“, lacht sie.

Jemma ist ein bekanntes Gesicht in Londons Sustainable Fashion Szene. Stories Behind Things hat sie 2018 als Passion Project und Antwort auf eine für sie zunehmend verwirrende Modebranche ins Leben gerufen. Heute erforscht die One-Stop-Storytelling-Plattform und der saisonale Shop Nachhaltigkeit, Klima und Konsum auf positive und lösungsorientierte Weise. Dazu gehören die Geschichten von Marken, die unseren Planeten als einen wichtigen Stakeholder verstehen, Statistiken zum Klimawandel mit umsetzbaren Schritten und Pop-up-Events. „Wir wollen, dass sich unsere Community bestärkt fühlt. Traditionell klingt alles nach Untergangsszenario – dass wir als Einzelne nichts tun können. Das ist einfach überhaupt nicht der Fall“, sagt Jemma.

„Unser Hauptziel ist es, Leuten zu helfen, neugieriger auf das zu werden, was sie konsumieren, und sich inspiriert zu fühlen, ihren Werten entsprechend zu leben“, fügt sie hinzu. Jemma, die auch als Botschafterin für BBC Earth und Allbirds fungiert, ist in jede Phase des Geschäfts involviert und verbindet ihre Community mit GründerInnen, die eine nachhaltige Zukunft aktiv mitgestalten wollen. Was braucht eine Marke, um in das Stories Behind Things-Portfolio aufgenommen zu werden? „Sie muss sicherstellen, dass sie in Bezug auf Menschenrechte, verantwortungsvollen Materialeinsatz und Innovation alles richtig macht.“

Jemma kommt ursprünglich aus Surrey im Südwesten Londons. Heute inspiriert sie besonders die Seele, der Vibe und die Start-up-Szene East Londons. Ihr Leben nach dem Lockdown ist sehr lokal geprägt; sie verbringt viel Zeit im Victoria Park oder entlang des Regent's Canal oder genießt vegane Kreationen in Rosa's Thai Cafe und Beatnic. Ein Streben nach mentaler Gesundheit beeinflusste ihren Weg zur Nachhaltigkeit. Nach ihrem Bachelor in Modemanagement an der Leeds University war sie überwältigt von der Schnelllebigkeit und Kultur ihrer Branche, besonders aber dem ständigen Drang, Kauflust vor Sinn und Zweck zu stellen.

Jemma bezieht sich auf ihre Idee des Disconnect Mindset: „Shoppen wir für den Dopamin-Hit? Oder ist es besser für Deine geistige Gesundheit, eine perfekt sitzende, aber langweilige Jeans aus Deinem Kleiderschrank zu nehmen und sie zu besticken?“ Sie erzählt mir von ihrer Liebe zum Second-Hand-Shopping und wie es ihren Stil kultiviert hat; über das Seidenkleid, das sie in Notting Hill gefunden hat und mit dem sie so viele Erinnerungen verbindet, und den Skianzug von Stella McCartney, „ein magischer Fund, den ich mir neu nicht leisten könnte.”

Stories Behind Things stellt die Erzählungen dieser alltäglichen Dinge – von Kaffeetassen über Kleidung bis hin zu Schmuck – in den Vordergrund. „Die Gründung war egoistisch motiviert. Ich wollte mich besser fühlen und bedeutungsvolle Geschichten lesen. Ich hatte das Glück, andere zu treffen, die auch weniger spontan und dafür bewusster einkaufen wollten und Dinge schätzen, die mit Sinn, Liebe und Respekt gemacht wurden“, sagt sie. „Ein Produkt erscheint nicht magisch. Es muss erdacht und gemacht werden; es geht durch Hunderte von Händen, bevor es ein Geschäft erreicht.“

Positive Mode bedeutet für Jemma, aktiv Gutes für den Planeten und seine Bewohner zu tun – eine Branche, die zum Beispiel die regenerative Landwirtschaft fördert. Hoffnung findet sie in ihrer Community. „Deine Stimme ist schwer zu ignorieren, wenn viele dasselbe sagen.“ Weiterzukommen bedeutet für sie vor allem, neugierig zu sein: „Nutze Deine Stimme und hab keine Angst davor, Fragen zu stellen. Ich denke, das ist das Mächtigste, was wir als VerbraucherInnen tun können.“

Jemma Finch ist die Gründerin und CEO von Stories Behind Things, einer Storytelling-Plattform und Retail-Destination für nachhaltige Mode und Lifestyle.

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