Manuel Iljitsch ist Schriftsteller, Texter und Schauspieler und kam erst wenige Stunden vor unserem Interview aus L.A. zurück nach Berlin.

Er hatte bemerkt, dass sein Job es ihm ermöglicht, von überall aus zu arbeiten, sodass er das Jahr unter anderem in Brasilien, Argentinien, Italien, Spanien, Frankreich, Österreich und der Schweiz verbracht hat. Wir sprechen mit ihm, der schon so viele Orte in seinem Leben gesehen hat, über sein persönliches Happy Place – das er selbst noch nie besucht hat.

Hallo Manuel! Gibt es etwas, das bei dir sofort Weihnachtsstimmung auslöst?

Definitiv Musik. Ich war jetzt erst in der Philharmonie, um Schuberts “Die Winterreise” zu sehen. Es sind aber auch die Weihnachtsmärkte, die Lichter und die Stimmung. Mir gefällt es, wie die Leute sich mehr als sonst beeilen und sich gleichzeitig fühlen, als sollten sie sich entspannen – da entsteht diese ambivalente Atmosphäre, die ich irgendwie mag.

Es scheint so, als wärst du schon fast überall gewesen… Wie würdest du dein Happy Place also beschreiben?

Vielleicht habe ich zu viel Marcel Proust gelesen – laut ihm ist ein Happy Place ein Ort, an dem man noch nie gewesen ist. Es gibt so viele Orte, an denen ich schon war und die ich sehr mochte, aber trotzdem finde ich es aufregend, sich einen Ort nur in seinen Gedanken vorzustellen. Was ich am liebsten mag, sind die Reisen, auf die ich mich überhaupt nicht vorbereite. Einfach hingehen und komplett eintauchen. Marseilles wäre also mein Happy Place. Ich mag Südeuropa im Winter, weil es nicht so touristisch ist und sehr echt. Und ich liebe das Meer, wenn es komplett unberührt ist – wenn es einfach diese ästhetische Kulisse bildet.

Gibt es eine besondere Tradition, der du und deine Familie und Freunde jedes Jahr nachgehen?

Ja, da gibt es eine: wir gehen seit 20 Jahren jeden Winter Skifahren. Ich habe acht Stief- und Halbgeschwister; wenn wir dann alle zusammenkommen, kann es ganz schön chaotisch werden.


Und an Silvester?

Da gibt es keine bestimmte Tradition. Dieses Jahr werde ich Silvester in Berlin verbringen, weil ich viel mehr unterwegs war, als dass ich hier Zeit verbracht habe. So fühlt es sich fast wie Urlaub an, hier zu sein. Ich werde zu einem großen Dinner mit Freunden gehen und danach gehen wir gemeinsam aus.

Verbringst du die Feiertage jedes Jahr am gleichen Ort?

Bis auf ein Jahr meines Lebens war ich an Weihnachten immer bei meiner Mutter. Ich werde also am 24. Dezember wieder bei meiner Mutter sein, am 25. bei meinem Vater und am 26. dann bei meinem Bruder. Ich würde gerne mal verreisen, aber meine Familie wäre dann wohl enttäuscht, weil ich ohnehin schon das ganze Jahr unterwegs bin.

An welchem Ort würdest du die Feiertage verbringen, wenn alles möglich wäre?

In Mexiko! Auch dort war ich noch nie, aber Weihnachten in Mexiko muss großartig sein. Mir gefällt die mexikanische Art, Feiertage zu feiern – ihre religiösen Traditionen sind irgendwie immer noch mit denen der Azteken und Mayas vermischt. Ich mag es, dass alles nicht nur glücklich und strahlend ist, sondern mit Kerzen etwas düster wird.