Reisen nach Sizilien: Der Insider Guide

Die besten Städte, Strände und Restaurants auf Sizilien

„Sizilien war wie immer ein Traum“, schreibt Fotograf Daniel Farò nach seiner Rückkehr von einem Familienbesuch. Farò beschreibt Sizilien als eine Insel der Paradoxe, also eine einzigartige Fusion von Kulturen sowie kulinarischer und architektonischer Stile. Er nimmt uns mit auf eine Auszeit in seiner Heimat und zeigt, wo die besten Strände, kulinarischen Köstlichkeiten und mehr zu finden sind.

„Ci pensa Dio“ (Gott wird sich darum kümmern) ist eine beliebte Redewendung unter Sizilianern – sie wird verwendet, wenn sich eine schwierige Situation nähert: „Es geht darum, im Moment zu leben und zu schätzen, was man hat und heute tun kann. Was auch immer morgen passiert, liegt nicht in unserer Macht“, sagt der in Sizilien geborene Berliner Fotograf Daniel Farò. Sizilianer sind unglaublich stolz auf ihre Region und Kultur – das Sprichwort könnte ihren Lebensstil laut Farò daher nicht besser widerspiegeln. Kaum ein Ort vereint mehr Kulturen – auf der ganzen Insel sind Spuren griechischer, römischer, britischer und arabischer Einflüsse zu finden. Sie sind über die Insel verstreut und treffen auf schwarze Lavafelder, weiße Sandstrände und türkisfarbenes Wasser. Frisches, sonnengereiftes Obst und Gemüse trägt den Geschmack der nährreichen Böden und des Meersalzes. Die frischen Lebensmittel gelten als die wichtigsten Zutaten für regionale Gerichte. „Es ist diese Art von Einfachheit und Sorgfalt für Details, auf die die meisten Menschen außerhalb der Insel neidisch sind“, bemerkt Farò.

Farò ist in Catania geboren und aufgewachsen, bis er mit 19 nach London gezogen ist. Er fühlte sich in Sizilien nie tief verwurzelt – erst mit der Zeit und viel Distanz gelang es ihm, sich mit der Insel verbunden zu fühlen. Wie nimmt er Sizilien heute wahr? „Wenn ich heutzutage zu Besuch bin, trage ich eine rosarote Brille – ich übersehe damit, was an Sizilien problematisch ist, zum Beispiel die Armutskriminalität und Korruption. Hier kann ich meinen täglichen Herausforderungen in der Stadt entkommen und mich in der vertrauten Umgebung des Hauses meiner Eltern erholen.“

Die Fotografie war für Farò jedoch immer ein sicherer Ort. Jeden Sommer, während seiner Schulferien, gab ihm das Fotografieren einen Sinn. „Ich habe mir meine eigene Welt geschaffen, die es mir letztendlich ermöglicht hat, das Leben zu verstehen“, sagt er über seine Herangehensweise, die sich mit der Zeit nicht wirklich verändert hat. In London wanderte er viel durch die Straßen und bat Fremde, ihr Porträt aufnehmen zu dürfen. „Das hat mir viel Mut abverlangt – ich habe geschwitzt und gezittert, aber es war eine großartige Erfahrung", sagt er. Ein Gefühl der Naivität durchdringt Faròs Arbeit; er gibt nicht viel auf Perfektion: „Es ist die allgemeine Emotion und das Gefühl der Ruhe, auf die ich mich konzentrieren möchte, selbst in unruhigen Umgebungen.“ Siziliens visuelle Qualitäten sind unzählig. Welche faszinieren ihn besonders? „In Sizilien dienen Designlösungen nur praktischen Zwecken. Daher sieht man beispielsweise Konstruktionen aus feinsten Materialien und einfachem Holz auf felsigen Klippen sitzen, die den Menschen Zugang zum Meer ermöglichen. Umarmt von warmen Sonnenstrahlen erzeugen diese wunderschöne Texturen und Linien, die nur im Mittelmeerraum zu finden sind“, antwortet er.

Daniel Faròs Sizilien-Guide

Aktivitäten

Cava Grande del Cassibile im Südosten der Insel ist ein Naturschutzgebiet mit Teichen, Wasserfällen und Seen, die zwischen Formationen weißer Kalkfelsen liegen. Eine Wanderung lohnt sich, und führt zu einem malerischen Canyon.

Der Ätna, einer der aktivsten Vulkane Europas, ist ein obligatorischer Stopp auf Sizilien. Die spektakulären Landschaften laden nicht nur zum Wandern ein, sondern verkörpern auch die bewegte Vergangenheit der Region.

Die kleine Stadt Taormina, vermutlich die glamouröseste Siziliens, ist bekannt für ihre Ausblicke über das Ionische Meer, eingerahmt von duftenden Zitronenbäumen und eleganten Trattorien. Direkt vor der Küste befindet sich die kleine Insel Isola Bella, eine geschützte Naturstätte mit einem wunderschönen Kiesstrand inmitten üppiger Vegetation. Obwohl er nur über einen kleinen Pfad aus Kieselsteinen zu erreichen ist, ist der Strand beliebt bei Einheimischen, die hier zum Entspannen, Schwimmen und Sonnen herkommen.

Nördlich von Sizilien liegt die Ionische Insel Salina und ihr wunderschöner Strand Spiaggia di Pollara. Er besteht aus einem dünnen Landstreifen aus Steinen und Kies – Überreste eines alten, teilweise eingestürzte Vulkankraters – und ist zweifellos einer der schönsten Strände des Äolischen Archipels und der perfekte Ort, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Catania ist Sizilien in ihrer jugendlichsten Form. Die zweitgrößte Stadt der Insel ist reich an belebten Straßen und weitläufigen Barockplätzen. Hier gibt es die Monastero dei Benedettini, eines der größten Klöster Europas sowie eine UNESCO-Weltkulturerbestätte, erbaut im 16. Jahrhundert. Heute gehört es teilweise zur Universität von Catania. Die angrenzende Kirche San Nicolò l'Arena bietet eine unvergleichliche Aussicht auf die Stadt.

Lust auf Kitesurfen, und weitere tolle Strände? Hier geht es zu unserem Artikel über Kitesurfen in Sizilien.

Essen und Trinken

Das originelle Interior in Catanias Me Cumpari Turiddu versetzt einen sofort in die Vergangenheit. Das nostalgische Restaurant serviert zwar nur einfache lokale Gerichte, aber diese von höchster Qualität. Alle Zutaten sind saisonal und aus der Region. Das Menü verkörpert die kulturellen Wurzeln und spielt mit Neuinterpretation regionaler Klassiker wie Spaghetti alla Turiddu und Cous Cous delle Monache di Santo Spirito.

Für ein kulinarisches Erlebnis im Freien geht kein Weg am Fischmarkt der Stadt vorbei. Dieser ist nichts für schwache Nerven – die Fischer sind besonders laut. Wie kaum ein anderer Ort steht der Markt für sizilianische Kultur und Geschichte.

BarnAut ist eines der vielen Zeugnisse von Catanias pulsierendem Nachtleben. Die im Herzen der Stadt liegende Bar ist gemütlich und entspannt – Plätze gibt es auf den Kopfsteinpflasterstraßen, und auch Live-Musik wird oft geboten.

Nördlich von Catania, am Fuße des Ätna, befindet sich die kleine Küstenstadt Acireale, ein weiteres beliebtes Ziel für Barockarchitektur. Hier gibt es außerdem die beste Pizza Siziliens. Frumento ist relativ jung, aber bereits für die Verwendung ausschließlich lokaler und hochwertiger Zutaten bekannt. Faròs Empfehlung? Die Mortadella und Bufala Pizza.

Die kleine Stadt Noto und ihre Umgebung gehören zu den unberührtesten Gegenden Siziliens. Sie steht für eine Fusion kultureller Sehenswürdigkeiten, malerischer Strände und kulinarischer Höhepunkte. Caffè Sicilia im Zentrum der Stadt erscheint von außen unscheinbar, ist aber über 120 Jahre alt und vielen aus der Netflix-Serie Chef’s Table bekannt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, während in der Konditorei nichts als die besten Zutaten verwendet werden – Caffé Sicilia gilt außerdem als eine der besten Orte zum Frühstücken.

Fotografie: Daniel Farò

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